Samstag, 22. Juni 2024

Die Notwendigkeit auch 10 Jahre später nicht leise zu sein!

End-Wurzeln - ent-wurzelt

Unterstützt und bezuschusst wurde das Projekt 2014 von der Jerry-Nothman-Förderung von Projekten zur Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung, jüdischer Nürnberger 1933 – 1945

Projektvorhaben:

Mobile Kunstinstallationen vor den ehemaligen Wohnhäusern von sechs als Beispiel ausgewählten, in der NS-Zeit vertriebenen Menschen.

Nach der Aufstellung vor Ort sollen diese auf einem zentralen Platz in der Innenstadt in Form eines Gedenkhains zusammengeführt und im wahrsten Sinne des Wortes wieder in Nürnberg eingewurzelt werden.

Kunstobjekte:

Sechs ca. 2m hohe Jungbäume aus der Flora der Erdteile, in denen die Vertriebenen neue Wurzeln schlagen mussten: Europa, Nord- und Südamerika, Australeien, Afrika und Asien (Palästina/Israel).

Zur Information werden an ihnen wetterfeste Displays angebracht, die in Form und Ausführung den “Stürmerkästen” des antisemitischen Hetzblattes entsprechen. Die Kästen beinhalten auf der einen Seite eine Zeichnung aus dem “Stürmer” bzw. ein Titelblatt, auf der anderen als Gegenstück die Biographie mit Bild des Zwangsemigranten. Damit soll vermittelt werden, welche konkreten Auswirkungen der so entfesselte kollektive Hass auf unsere jüdischen Mitbürger, ihr Schicksal und ihr weiteres Leben hatte.

Standorte:

1) Wohnhäuser von sechs vertriebenen Personen: Hierbei steht bisher nur die Moosstraße 46 in Ziegelstein als früherer Wohnort der Familie Nothmann fest, der ich in Person von Jerry Nothman naheliegenderweise einen der Bäume widmen möchte. Die Auswahl der anderen Standorte ist abhängig von der Verfügbarkeit autobiografischer Berichte, Fotos und den räumlichen Gegebenheiten.

2) Als endgültiger Standort erscheint mir v.a. das Reichsparteitagsgelände geeignet, da sich dort inzwischen schon allein dem Umweltgedanken verpflichtet, sicher Platz für die sechs kleine Bäumchen finden würden.

Um dieses Projekt zu realisieren, wird es nötig seinweitere finanzielle Förderer,

Ideengeber, Kunst und Künstler aus allen Teilen der Welt und vor allem

engagierte MitbürgerInnen  und Vereine zu finden. 

Die Thematik entwurzelt findet sich verknüpft über viele Jahrhunderte

festgehalten in Kunst und Literatur weltweit.

http://www.rijo.homepage.t-online.de/testimon/pdf/fzfn_preistraeger_2014_ff.pdf

Den weiteren Verlauf und die Entwicklungen, bzw. Problematik, 

die sich bezüglich einer in dieser Form geplanten Umsetzung ergeben haben,

werde ich bei Gelegenheit öffentlich auf meiner Homepage zur Diskussion stellen.



Dienstag, 17. März 2015

Jugendstilperle im Dornröschenschlaf

Da sind wir mal wieder und wollen mit Euch allen sogleich einen Ausflug in das Land der Märchen unternehmen.
Wer kennt es nicht, dass Märchen von Dornröschen und seinem hundertjährigen Schlaf.
Das Dornröschen, von dem wir Euch heute erzählen möchten, schläft seit 21 Jahren. Es wartet und ruft still-sehnsüchtig nach dem Prinzen, der es wachküsst.



Wie wir leider feststellen mussten reicht in diesem schwerwiegenden Dauerschlaf ein Prinz nicht aus.

Jedoch haben wir vor kurzem mit freudigem Ohr vernommen, dass sich eine ganze Prinzengarde auf den Weg gemacht hat, um die schlafende Schönheit wachzuküssen.



Antreten werden sie in einer Art Pferdeduell, bei dem hoffentlich letztendlich alle Prinzen als Gewinner hervorgehen.


Angeführt wird die Truppe von Prinz Chrisi, der sich den ganzen Papierkram aufs Pferd geschnallt hat. Stark gefolgt von Jogi dem Charmanten, der sich (weil er Dornröschen sehr gut kennt und ihm die Kostbarkeit der Prinzessinenperle absolut bewusst ist) die Werbetrommel aufgeladen hat. Hinter ihm reitet Subber-Marggus, (inzwischen aufgestiegen zum Kronprinz des Königreichs) beladen mit einer Schatztruhe, die bis jetzt nur zu einem Drittel gefüllt ist. Last but not Least König Ulli, der ein Auge darauf haben sollte, dass die Prinzen auch wohlbehalten gemeinsam am Ziel ankommen.


Wir wären nicht die Nürnberger Häkelmafia, wenn dieses königliche Schauspiel uns nicht inspiriert hätte.

Also haben wir uns auch auf die bunten Wollsocken gemacht um die Prinzen beim durchbrechen der Dornenhecke etwas anzufeuern:




















Leider hat sich unser Kunstwerk wie von Zauberhand, nach knapp einer Woche schon wieder in Luft aufgelöst.

Was nach unserer Rückkehr aus dem Land der Märchen bleibt, ist ein Jugendstilbad das zusehends verfällt. Wenn noch einmal fünf Jahre ins Land gehen, wird es wahrscheinlich ein bevorzugtes Ziel der Abrissbirne werden.

Unser Vertrauen in die Politiker dieser Stadt ist nach wie vor da, auch wenn sie es uns manchmal nicht leicht machen.

Deshalb nochmal unser Appell, der sicherlich im Sinne vieler Menschen ist:

Tragt das politische Duell aus. Die Schwerter dürfen gewetzt werden, denn klappern gehört zum Handwerk und letztendlich will jeder der Sieger sein. Wenn Ihr dabei nicht vergeßt, dass Ihr unserem Dornröschen zuliebe an einem Strang zieht, werden Generationen nach uns es Euch auch noch danken.


Wir für unseren Teil freuen uns, dass unsere Fachfrau für Heimaterhalt beschlossen hat, ihre feinen Antennen immer wieder auszufahren,


damit wir,



Euch weiterhin wohlwollend bunt begleiten können,



bis das Dornröschen in seiner vollen Pracht erwacht ist






Samstag, 14. Februar 2015

Valentinstag und die restlichen 364 Tage im Jahr

Heute ist mal wieder Valentinstag.
Ich kaufe keine Blumen an diesem Tag und verschenke auch keine rot eingefärbten Pralinenschachteln.
Dennoch kommt man schon allein durch die zahlreiche Werbung nicht daran vorbei.
Das Lager spaltet sich mal wieder in Befürworter und Gegner.


Den Tag der Liebe gibt es ja in vielen Ländern und zu verschiedenen Tagen im Jahr.
In Japan schenkt man sich Schokolade, in Brasilien feiert man die Liebe am 12. Juni. In Italien spielen Liebesschlösser an diesem Tag eine große Rolle.
In Finnland wird der Valentinstag als Freundschaftstag gefeiert.

Auch Nürnberg hat eine ganz besondere Verbindung zu diesem Tag, auch wenn er von England über Amerika erst nach dem 2.Weltkrieg nach Deutschland gekommen ist.

1950 wurde von den amerikanischen Befreiungsmächten der erste Valentinsball in Deutschland, hier in Nürnberg veranstaltet. Eigentlich heute noch ein schönes Symbol für die Liebe, die nach Nürnberg zurückkehrt, nachdem sie ihr durch ein menschenunwürdiges Regime viele Jahre abhanden gekommen war.




Aber Valentinstag hin oder her, ich werde den heutigen Tag nutzen, um mich auf finnische Art für eine ganz besondere Freundschaft zu bedanken:


Liebste Freundin,


ich danke Dir dafür, das Du mir immer wieder rosige Zeiten bescheerst......


......das aus grauen einsamen Bänken.........



.....bunte Freundschaften werden.....



.....Du mich vor Abstürzen bewahrst.....



.....immer wieder Ordnung in mein Chaos bringst......



.....mit mir auch mal zur Gymnastikstunde gehst.....



.....mir beigebracht hast wie man Fußball spielt.......



......und dafür sorgst, dass auch in schlechten Zeiten der Teamgeist nicht verloren geht........



....mich mit Rob und  der Geschichte nicht im Regen stehen lässt, und im Hier und Jetzt fleißig in die Pedale trittst, damit wir auch wohlbehalten in der Zukunft ankommen.......



......mir wichtige Plätze in Nürnberg zeigst..........




.....mir mit Deinem Wissen so viel über Nürnberg beibringst........




......mir zeigst, wo es in Nürnberg Kunst und Kultur gibt..........



.......mich aus manch misslicher Lage befreist.........



......mich mit ins Theater nimmst wenn ich traurig bin, damit ich wieder lachen kann........



...... mich mit meinen Visionen nicht alleine lässt........



..... mit mir an der gleichen Front kämpfst........



......mit mir auf Gänsejagd gehst.........



.....mir beigebracht hast, das man auch manchmal sein eigenes Süppchen kochen muss.....



......damit man das süße Leben genießen kann................



......und mit mir übst, wie man sich gegen Angriffe richtig zur Wehr setzt........



...... und mit mir auch gerne mal im Rampenlicht stehst..........



.......und Dich nicht davor scheust, auch mal die rosarote Brille aufzusetzen........


.....damit die Welt immer bunter wird!


Und eigentlich könnte ich jetzt endlos weiterschreiben, aber Du hast mir ja auch gezeigt wie man Grenzen setzt.
Deshalb komme ich langsam zum Ende meines Briefes und verbleibe mit einem herzlichen Dankeschön für 365 Tage Valentin im Jahr

Allerliebste Grüße nach Nürnberg an meine Chantal

von Deinem Greinmeichala