Montag, 17. Februar 2014

Wooly die Baumfeindin!

Man soll es kaum glauben, wie viel Unmut und Ungunst ein paar aus bunter Wolle gehäkelte Kunstwerke auslösen können. Der Sinn des ganzen besteht eigentlich darin, Freude und sachliche Diskussion und das Wollhandwerk an sich als Kunstform in den öffentlichen Raum zu bringen.

Mir stellt sich immer wieder die Frage, warum einem Menschen deswegen ihren ganzen Frust und Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Leben entgegenschmettern müssen.

Ich habe heute Morgen einen mit unterdrückter Rufnummer getätigten Anruf auf meinem AB vorgefunden, der in einem äußerst scharfen Ton formuliert war.

Gerne hätte ich persönlich auf diesen Anruf dieser Frau Barbara Sch. geantwortet, aber leider konnte ich das wegen der fehlenden Nummer nicht tun.

Deshalb werde ich in diesem Blogbeitrag eine Antwort formulieren. In der Hoffnung, dass Frau Sch., nachdem sie angeblich meine Häkelaktivitäten seit geraumer Zeit verfolgt, dies lesen möge.



Der Anruf wurde von mir wortwörtlich in Textform gebracht, damit mein Statement auf diesen Anruf, für jedermann nachvollziehbar ist:


" Ja guten Tag Frau Leykauff, 

mein Name ist Sch., Barbara Sch.

Ich verfolge schon seit einiger Zeit ihre Häkelaktivitäten hier im Kreis Nürnberg und ich möchte Ihnen mal sagen, solange Sie das an lieblosen Gegenständen machen, Hydranten, irgendwelchen Masten, alles ok, aber bitte nicht an Bäumen.

Ich weiß nicht wer das hier macht, ist jedenfalls meiner Ansicht nach eine unmögliche und nicht akzeptable Geschichte. Bäume sind lebende Wesen die wachsen. Durch dieses komische umhäkeln der Stämme erreicht man letzten Endes nur Rindenschäden, Baumschäden sowieso und der Baum kriegt an dieser Stelle sowieso nen Schaden. Drunter schimmelts, also bitte lassen Sie das. 

Ich werde jetzt auch einen entsprechenden Brief an die Stadt schreiben,daß des bitteschön nicht mehr fortgesetzt werden kann, das können wir leider so nicht akzeptieren. 

Wir sind Baumfreunde, wir sind Naturfreunde. Wie gesagt, so lange sie das an leblosen Gegenständen machen, Ihre Sache.

Im Übrigen ist dazu eigentlich nur noch zu sagen, daß Wolle ein Gegenstand oder ein Material ist, wo man sehr schöne Sachen drauß machen kann, z.B. für Leute die f-r-i-e-r-e-n. Kleidung nicht wahr? Also Frau Leykauff, wär schön, wenn Sie sich vielleicht ein bisschen danach richten könnten. 

Ansonsten wünsche ich Ihnen alles gute."



Liebe Frau Sch.

Vielen herzlichen Dank für Ihren, in einem "äußerst" netten Ton formulierten Anruf.

Ich freue mich, dass sie so aufmerksam die Häkelaktivitäten unserer kleinen Häkelgruppe verfolgen. Deshalb dürfte Ihnen sicherlich nicht entgangen sein, dass von uns noch kein einziger Baum im Großraum Nürnberg umhäkelt wurde. Welche Gegenstände ich lieblos finde und welche nicht, würde ich für meinen Teil gerne selbst entscheiden. Das Gleiche gilt für die Auswahl der mit unserer Kunst geschmückten Objekte im öffentlichen Raum.

Wir haben noch nie eines der von uns ausgewählten Gegenstände bei der Anbringung oder Entfernung unserer Wollverkleidungen beschädigt.

Ja, in meinem Garten gibt es umhäkelte Bäume, die seit ca. 3 Jahren mit bunten Wollverkleidungen Wind und Wetter trotzen. Keine Baumschäden, keine Rindenschäden und geschweige denn Schimmel!

Sie werden es leider hinnehmen müssen, dass ich in meinem Privatbesitz meine Bäume weiterhin mit Wolle misshandle und sie trotzdem überleben.

Wolle ist selbstverständlich ein Material aus dem man schöne Dinge herstellen kann. Der Begriff Kunst dürfte Ihnen kein Fremdwort sein. Das man textile Materialien als Kunstausdrucksform nutzt, gehört schon seit Jahrtausenden zum festen Bestandteil künstlerischen Schaffens.

Natürlich wurde Wolle in früheren Tagen hauptsächlich genutzt um Kleidung für Menschen herzustellen.

Eine Gesellschaft wie unsere, die soviel an Kleidungsüberschuß aus modischen Gesichtspunkten heraus produziert, dürfte nicht darauf angewiesen sein, dass ich noch 5 Pullover mehr dazulege. Da sehe ich eher ein Verteilungs- statt ein Mangelproblem!

Mein Tipp an Sie: Bevor Sie das nächste mal ein Kleidungsstück zum Altkleidercontainer bringen, weil es Ihnen nicht mehr modern genug erscheint, können Sie sich auch gezielt auf die Suche nach einem frierenden Obdachlosen in Nürnberg machen, der dieses Kleidungsstück sicherlich dankbar annimmt.

Da Sie ja anscheinend sehr wachsam durch die Stadt gehen, wäre es nett, wenn Sie Ihr Augenmerk auch auf die Schmierereien, achtlos auf die Straße geworfenen Müll und den um sich greifenden Vandalismus richten könnten. Die Stadt wäre Ihnen da sicherlich äußerst dankbar über sachdienliche Hinweise.

Abschließend muß ich Ihnen leider noch mitteilen, dass ich mich nicht nach Ihren Ansichten richten werde, da sie aus haltlosen Unterstellungen und unkorrekter Recherche bestehen.

Ich wünsche Ihnen selbstverständlich auch alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Jutta Leykauff


Aufgrund dieser Ereignisse und den damit eventuell verbundenen Folgen, habe ich beschlossen, mir zumindest über die Osterzeit, oder bis die Wut der Frau Sch. verflogen ist, einen Bodyguard zuzulegen:





Kommentare:

  1. Juttaaaaaaa! <3 <3 <3
    Grüßlis
    Miriam

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  2. TOP!!!!! Super geschrieben und ich hoffe nur, das dies Frau Barbara Sch auch liest, obwohl ich dies bezweifle, da sich solche Leute meist nicht mit solchen Dingen beschäftigen!
    Außerdem sieht man ja, dass Frau Sch.. noch nicht einmal weis, wer, wo,was gemacht hat! Schade!!!! Allerdings muss man leider immer mit solchen LEUTEN leben! Glg Brigitte

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  3. tja denn will ich auch mal nen bißl Berliner Senf dazu geben:
    Aus einer Morgensendung (ARD oder doch eher ZDF ??) weiß ich, daß der dort tätige Gärtner (mit ziemlicher Sicherheit war der grünbeschürzt und bärtig) empfohlen hat, die Obstbaumstämme im Garten gegen die Kälte zu umhäkeln bzw. zu umstricken! Das wäre eben nicht nur hübsch, sondern auch noch hilfreich. Na so ganz unrecht dürfte der mit seiner Erfahrung auch nicht haben, oder??? Herzlichste Grüße aus dem südwestlichen Berlin-Friedenau ;-) von Petra ;-)

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  4. Ach, herrlich. Wenn auch ärgerlich. Aber es lohnt sich überhaupt nicht, sich über alle Frau Sch.s und andere "Gutmenschen" den Kopf zu zerbrechen. Dazu ist das Leben viel zu kurz und deines - zum Glück - viel zu bunt. Gut so! Weiter so! Ich liebe deine Beiträge und ich würde sie sooo gerne mal in Natura bewundern. Sollte ich mal in Richtung Nürnberg kommen... Vorfreude.
    Heute habe ich dich für den LIEBSTER Award nominiert, wenn du magst und zwischen all den Häkeleien Zeit findest und Lust hast, freue ich mich über deine Teilnahme: http://antetanni.wordpress.com/2014/02/24/antetanni-und-der-liebster-blog-award/

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  5. Ja, laß Dich von solchen Leuten auf keinen Fall beirren - die laufen überall herum. Einfach weiter machen!

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